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  • Thomas Edtmeier

ÖVP Vorchdorf: Miteinander oder gewolltes Durcheinander?

Der Lokalwahlkampf rund um die bevorstehenden Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Vorchdorf treibt diesmal nicht nur ganz besondere Blüten, sondern nimmt geradezu abstruse Züge an.



So sind die über Plakate oder soziale Medien transportierten Positionen und Inhalte unter nahezu allen Parteien gegenseitig beliebig austauschbar. Von ehrlicher Politik, vermehrter Bürgerbeteiligung, Visionen und anderen inhaltsleeren Worthülsen ist da die Rede. Die ÖVP Vorchdorf schießt in dieser Wahlauseinandersetzung allerdings den Vogel ab: Monstranzartig wird da der Begriff „Miteinander“ vor sich hergetragen. Ein Begriff, den sich noch eher ein Einsiedler auf seine Fahne heften dürfte, als die Ortsschwarzen rund um Bürgermeisterkandidat Mitterlehner.


Es sei denn, es geht darum, die eigene Parteifamilie mit Aufträgen, Hintergrundinformationen oder anderen Vorteilen zu bedenken. Dann wird das parteiinterne „Miteinander“ im wahrsten Sinn des Wortes großgeschrieben. Alle anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien, denen an einem konstruktiven Miteinander gelegen wäre, sehen sich hingegen mit einem gewollten „Durcheinander“ konfrontiert, welches die ÖVP gekonnt als Verschleierungstaktik und Verwirrspiel benutzt. Da werden Informationen, die eigentlich der Entscheidungsgrundlage in Gremien wie Gemeinderat oder Gemeindevorstand dienen sollen, zurückgehalten, nur teilweise und bruchstückhaft oder auch sehr spät zur Verfügung gestellt bzw. gar mit falschen Eckdaten im Sinne der Volkspartei und ihren Günstlingen gelinde gesagt „optimiert“.


Und dieses Faktum sollten die Vorchdorfer Wählerinnen und Wähler wissen und bitte auch beherzigen, wenn sie dann am 26. September ihr Kreuzerl in der Wahlzelle machen. Eine weitere Stärkung der ÖVP Vorchdorf bedeutet nämlich noch mehr Freunderlwirtschaft und eine weitere Beschneidung von Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit in der Gemeindepolitik.


Und ohne hier den Teufel an die Wand malen zu wollen: Sollte die Vorchdorfer Volkspartei mit ihren demokratiepolitischen Blendgranaten bzw. ihren geschönten Politmärchen tatsächlich Erfolg haben und im Gemeindevorstand oder dem Gemeinderat die absolute Mehrheit erringen, dann bedeutet dies das jähe Ende jeglichen politischen Restdiskurses im Markt voller Leben. Denn dann hätte die Volkspartei nämlich auch auf dem Papier genau jene Narrenfreiheit, die sie bereits bisher – wo nur irgendwo möglich – ausgelebt hat.


In diesem Sinne: Bevor man sich von der ÖVP Vorchdorf über ein politisches „Miteinander“ belehren lässt, besorgt man sich besser ein Schweinsbratenrezept von einem Veganer!


Edtmeier Ende!


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