Neubau Bezirksseniorenheim Vorchdorf: Ab heute wird zurück gerudert

03.08.2018

Sie nimmt nach und nach schon karikaturhafte Züge an - die Posse um den Neubau des Bezirksseniorenheims in Vorchdorf. Erst stellt man aus heiterem Himmel die Betroffenen - sprich Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter - vor die vollendete Tatsache, dass die jahrelang kommunizierten Pläne eines Ersatzneubaus hinter dem bestehenden Gebäude samt durchgehendem Verbleib der Bewohner am Standort nun vom Tisch seien und die Senioren ausziehen müssen. Dann hält man wenige Tage später ohne Gemeindevertreter eine laienhafte „Informationsveranstaltung“ ab, die diesen Namen nicht im Entferntesten verdient. Eine Veranstaltung bei der sich unser Herr Bezirkshauptmann übrigens nur äußerst bedingt als Leuchtturm der verbindlichen Kommunikation und Empathie ausgezeichnet hat - um dies sehr vorsichtig zu formulieren. Und nun wird medial in einem Ausmaß zurück gerudert, als ob man bei den aktuell stattfindenden Ruder-Europameisterschaften 2018 in Schottland teilnehmen wollte:

 

 

Man prüfe nun laut Salzi-TV-Interview mit Bezirkshauptmann Mag. Lanz sowie laut den aktuellen Tips nun die Möglichkeit eines Grundstücksankaufes vom Nachbarn. Na, bumm... Da will man die Betroffenen mit diesem angeblich neuen Ansatz allerdings ganz schön an der Nase herumführen. Denn diese Option wurde in Wahrheit bereits vor mindestens einem Jahr zwischen Sozialhilfeverband und Gemeinde diskutiert und seither ins Auge gefasst. Stellt sich also die Frage, womit man sich in der letzten Zeit im Sinne der Heimbewohner, der Angehörigen sowie der Mitarbeiter wirklich beschäftigt hat. Die Antwort erscheint ebenso einfach wie erschütternd: Mit gar nichts. Anders lässt sich diese geballte Anhäufung von „Wurschtigkeitsgefühl“ nicht erklären.

 

Vielmehr hat man mit dieser unüberlegten Schnellschussaktion leider nur eines erreicht - nämlich sämtliche Betroffenen vor den Kopf zu stoßen und ein erbärmliches Bild im Umgang einerseits mit der älteren Generation und andererseits vielen fleißigen Arbeitskräften am Standort Vorchdorf abzugeben.

 

Daher mein Ratschlag an die Verantwortlichen und Entscheidungsträger beim Sozialhilfeverband UND in der Marktgemeinde Vorchdorf: Reden Sie mit den Menschen und streuen Sie ihnen nicht länger mittels Beschwichtigungsargumenten Sand in die Augen. Kommunizieren Sie aufrecht mit den Betroffenen, anstatt sich zu winden und hier Hauptakteure einer peinlichen Aufführung zu werden. Errichten Sie dieses so wichtige Gebäude für Vorchdorf wie versprochen am geplanten Standort, anstatt die Bewohner eiskalt, temporär logistisch zu verteilen und sich von einer Ausrede in die nächste zu flüchten. 

 

Denn sonst laufen Sie und unsere Marktgemeinde Gefahr, dass viele begrüßenswerte Projekte in unserem Markt voller Leben unter dieser vollkommen katastrophalen Vorgangsweise leiden und neben dieser Posse untergehen. Und zur von den Tips zitierten Aussage von Bezirkshauptmann Lanz, dass man „eigentlich alles gut gemeint hätte“, muss man wohl bemerken: „Gut gemeint“ ist oft das Gegenteil von „gut gemacht“. 

 

Tom Edtmeier

 

 

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