Wochenrückblick KW 40 - Eine zahnlose und entkernte SPÖ vor ihrem Trümmerhaufen

08.10.2018

Innenpolitisch geprägt war die vergangene Woche vor allem vom letzten Akt der Satire „Christian Kern in seinen letzten Atemzügen“. Mit dem Nimbus des nie vom Volk gewählten Bundeskanzlers, seinem nachfolgend blamablen Scheitern als Oppositionschef und der mehr als laienhaften Übergabe des roten Staffelholzes an seine Nachfolgerin als SPÖ-Parteivorsitzende, Pamela Joy Rendi-Wagner, hat Kern bereits eine neue Kategorie des politischen Versagens etabliert. Doch sein medial inszenierter Rücktritt vom Rückzug zum EU-Spitzenkandidaten ist wahrlich einmalig. Somit wird Christian Kern nicht nur neuestes Mitglied der ohnehin jenseitigen „Hall of Shame“ der einst stolzen Sozialdemokratie, sondern zerreißt gleichzeitig die Partei an sich und führt sie in ihren bruchstückhaften Bestandteilen bedrohlich und wohl für lange Zeit an den Rande des innenpolitischen Orkus.

 

 

Heute können wir somit subsumieren: Kern war Kurzzeit-Parteichef, Kürzerzeit-Kanzler und Kürzestzeit-SPÖ-EU-Spitzenkandidat. Die Flasche Rotwein, die er noch „kürzlich“ gegen HC Strache gewettet hat, wonach er länger SPÖ-Parteichef bliebe als Strache Bundesobmann der FPÖ, wird er hoffentlich noch bezahlen.

 

Apropos „bezahlen“: Für diesen in der Geschichte der Österreichischen Sozialdemokratie einzigartigen Vollholler (oder auch Mumpitz) namens „Kern“ werden vor allem jene bezahlen müssen, die ihre Hoffnung noch immer in diesen zerfledderten Haufen legen. Denn welchen Sack Flöhe P. J. Rendi-Wagner aus heutiger Sicht irgendwie hüten soll, lässt sich relativ einfach zusammenfassen: Wiener SPÖ gegen Rendi-Wagner, SPÖ-Burgenland in einer Koalition mit den verhassten Freiheitlichen, Steiermark-Sozis als Ungewissheit, Sozialistischen-Jugend-Chefin Julia Herr als „Tante-Sowieso-Gegen-Alles“, Gewerkschafter gegen parteiinterne Innovation und „a Frischg’fangte“ etc. Ach ja: Und vielleicht noch die altgedienten Herren Gusenbauer und Faymann samt alt-ideologischer Entourage, die „Pam Joy“ auch nicht haben wollen. Die Halbwertszeit der designierten Parteivorsitzenden ist also auch mehr als überschau- und vorhersagbar.

 

Nun bin ich alles andere als der Berater oder Advokat der Österreichischen Sozialdemokratie, aber mir tun vor allem die Sympathisanten, Gemeinderäte und Mitglieder in den kleinsten Einheiten und Verbänden leid. Müssen diese doch aktuell ein unglaublich selbstquälerisches Verhalten an den Tag legen, um „ihre“ Partei gegenüber dem politischen Mitbewerber, der Bevölkerung, aber vorrangig sich selbst gegenüber zu verteidigen und zu erklären.

 

Doch damit nicht genug: Jetzt nominiert die desolate SPÖ den mit endenwollender Sympathie geschlagenen, gescheiterten Wiener Bürgermeister-Kandidaten und von seiner neuen designierten Vorsitzenden brutal geschassten, ehemaligen geschäftsführenden Klubobmann Andreas Schieder als Spitzenkandidaten zur EU-Wahl. Platz 3 ist ihm dabei ziemlich sicher. Mit etwas Phantasie könnte man den Namen „Schieder“ ja schon heute fast als Präsens für das Futurum II „Gescheitert“ ansehen.

 

Und sonst? Tja, der ASKÖ Vorchdorf Fußball dümpelt mit seiner Leistung in der heurigen Saison analog zur SPÖ nach wie vor auf unterirdischem Niveau dahin, am kommenden Samstag gibt es eine Ü50-Party im Cafe Häferl und ich hab diese Woche Geburtstag...

 

Edtmeier Ende.

 

 

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